„Der Mensch ist, was er isst.“ behauptete einst der Philosoph Ludwig Feuerbach und gilt als Vordenker der Gastrosophie, der Wissenschaft über das Essen. Bald werden 8 Milliarden Menschen auf der Erde leben, was unseren Heimatplaneten vor enorme Herausforderungen stellt. Vor allem in ernährungstechnischer Hinsicht. So fallen derzeit weltweit folgende Tierarten unserem Bedürfnis an Essbaren zum Opfer: 1,7 Millionen Kamele, 24 Millionen Wasserbüffel, 293 Millionen Rinder, 398 Millionen Ziegen, 518 Millionen Schafe, 633 Millionen Truthähne, 1.1 Milliarden Kaninchen, 1,3 Milliarden Schweine, 2,6 Milliarden Enten und 52 Milliarden Hühner. Sehr interessant nimmt sich da eine Schätzung des US-Biologen Edward O. Wilson aus, wonach auf jeden Menschen etwa 1 Million Ameisen kommen. Von denen sind die meisten Völker so gut verdaulich und schmackhaft wie Käfer, Wanzen, Raupen, Zikaden, Mehlwürmer, Heuschrecken, Maden und Libellen. Etwa 2000 Insektenarten werden in weiten Teilen Afrikas, Asiens, Nord-, Mittel- und Südamerikas sowie Australiens täglich gekocht, gegart, gedünstet und frittiert und stellen für rund 2 Milliarden Menschen eine wichtige Nahrungsquelle dar. Darüber hinaus produzieren Insekten laut der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) weniger Treibhausgase und Ammoniak als Kühe und Schweine und benötigen zudem deutlich weniger Futter, Wasser und Lebensraum als Nutztiere der Viehzucht. Außerdem sind Insekten wertvolle Nährstofflieferanten wie eine Studie des mexikanischen „Instituto Tecnológico de Celaya“ beweist. Eine Grille etwa besteht zu 12,9 % aus Eiweiß und zu 5,1 % aus Kohlenhydraten. Außerdem enthalten die geräuschvollen Gliederfüßer rund 75,8 mg Calcium und 9,5 mg Eisen pro 100 g. Im Vergleich dazu weist Faschiertes vom Rind faktisch keine Kohlenhydrate auf und hat nur 22,5 g Eiweiß, 18 mg Calcium und etwa 2,4 mg Eisen pro 100 g. Grillen sind ballaststoffreich und fettarm, enthalten Proteine und fast alle essenziellen Aminosäuren. Kein anderes tierisches Lebensmittel bietet eine derart positive Nährwertbilanz! Na dann… Wohl bekomm´s!

 

 

 

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11.07.2017

Mag. Katharina Lhotsky