Wenn wir kauen, spalten wir Zucker und zerlegen Nahrungsmittel in ihre Einzelteile. Dadurch können diese vom Körper leichter aufgenommen und verdaut werden und es kommt seltener zu Verdauungsproblemen wie Sodbrennen, Blähung oder Verstopfung. Wenn der Körper Zucker nicht erst noch spalten muss, gelangt dieser auch schneller in die Zellen und trägt dadurch zur Insulinausschüttung bei. Eine verbesserte Insulinausschüttung beugt Diabetes und Übergewicht vor.

 

Kaugummi enthält zwischen 50 und 70% Zucker. Die Kaumasse besteht aus Kunststoffen, vorwiegend Polyisobutylen, der Rest sind Füllstoffe, wie Aluminiumoxid, Kieselsäure oder Zellulose. Ebenfalls enthalten sind Weichmacher, Feuchthaltemittel, Antioxidantien, Aromen, Säuren, Farbstoffe und Emulgatoren. Der Markt bietet Kaugummis mit Nikotin oder Koffein, gegen Reiseübelkeit, zum Abnehmen sowie zur Zahnpflege mit diversen zusätzlichen Inhaltsstoffen.

 

Die anregende und entspannende Wirkung, die uns das Kaugummikauen bereitet, kommt aber weniger von den Inhaltsstoffen, sondern vielmehr vom wiederholten Kauvorgang, welcher die Blutversorgung des Kopfes und damit die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns um bis zu 25% erhöht, wie eine jampanische Studie beweist. Darüber hinaus soll Kautschikauen ein gutes Mittel gegen Stressbewältigung sein und Konzentrationsvermögen sowie Aufmerksamkeit steigern. Andere Untersuchungen aber zeigen: Übermäßiges Kaugummikauen kann die Kiefermuskulatur überanstrengen und zu klickenden oder knallenden Geräusche im Kiefer bzw. zum schmerzhaften „Kiefergelenk-Syndrom“ führen.

 

Das monotone Kauen eines sogenannten „Backenzahnpflasters“ oder „Asphaltklebers“ wie der Kaugummi auch bezeichnet wird, stimuliert den Speichelfluss. Das hat eine positive Wirkung auf die Mundgesundheit. Viele Kaugummisorten wirken der Demineralisierung des Zahnes entgegen und wenn der ph-Wert im Mundraum ansteigt, werden Speisereste und schädliche Säuren von den Zähnen weggewaschen. Beim Wiederkäuen lösen sich die Stoffe aus der Kaugummimasse und können unmittelbar über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Nach dem Schlucken des Speichels gelangen die Zusätze in den Verdauungstrakt und dadurch in den Blutkreislauf.

 

Wer einen Kaugummi verschluckt, muss keine Angst haben, dass die klebrige Masse Magen oder Darm verpickt. Denn der Kaugummi verlässt unseren Körper unverdaut.

 

Die ersten Kaugummis, in Form von Baumharzen, gab es übrigens bereits vor 9.000 Jahren. 55% aller Österreicher greifen einmal pro Woche zum „Blombenreißer“; bevorzugte Geschmacksorte: Minze.


23.09.2016
Mag. Katharina Lhotsky